Senioreneinrichtungen

Einsatz von Therapiehunden in Senioreneinrichtungen

 

Die positive Wirkung von Hunden als „Türöffner“ oder „Eisbrecher“ ist mittlerweile auch in Deutschland bekannt und findet immer häufiger Verwendung in unterschiedlichen Einrichtungen und Praxen.

 

Wir führen seit 2001 mit unseren Hunden solche Einsätze in den unterschiedlichsten Fachrichtungen durch.

 

Von Welpe an, werden unsere Hunde im Umgang mit unterschiedlichen Menschen geschult, somit können sie mit ungewöhnlichen Bewegungsmuster, Stimmungsschwankungen und stressigen Situationen gut umgehen.

 

Das ist die Voraussetzung um als „Türöffner“ im Dienste des Menschen gute Dienste zu leisten.

 

Das Apportieren allerlei Gegenstände und Materialien, zeigen von Kunststücken, sich streicheln lassen usw. ist nicht alles was diese Hunde machen, es ist viel mehr. Hunde werten nicht und gehen unvoreingenommen mit Menschen um, nehmen sie so wie sie sind.

 

Ein gut ausgebildeter Therapiehund behält die Nerven auch wenn es zwickt oder mal wehtut, beim Kontaktliegen bei bettlägerigen Bewohnern, bleiben sie ruhig oder fordern angemessen zu machbaren Aktionen auf.

 

Mögliche Ziele

 

  • Abwechslung im Alltag
  • Freudige Erwartung auf den Hundebesuch wecken
  • Erinnerungen/Emotionen wachrufen
  • Gefühle zulassen und auszuleben
  • Das Selbstwertgefühl zu stärken
  • Aufmerksamkeit und Konzentration steigern
  • Das Langzeitgedächtnis zu aktivieren
  • Feinmotorische Fähigkeiten zu fördern

 

Rahmenbedingung

  • Ablenkungsfreier Raum (keine Ablenkung TV/Radio, keine Speisereste auf dem Boden)
  • Gruppengröße (ca. 6 Personen)
  • Bei der Gruppenarbeit die Anordnung der Bewohner im Kreis so anordnen, dass genügend Raum für den Hundeführer und seinem Hund zur Bewegung bleibt
  • Zusammenarbeit mit Pflegepersonal, Therapeuten
  • Name und Kurzbiographien der teilnehmenden Bewohner, insbes. die Info ob der Bewohner Hunde mag oder nicht
  • Mind. 1 x pro Woche
  • Wenn mehr als eine Stunde, kurze Pause für den Hund (falls erforderlich)
  • Hunde brauchen freien Kontakt zu den ausgewählten Bewohnern

 

Beispiel eines Besuchsablaufs

  • Begrüßungsritual: jeder wird Teilnehmer wird einzeln begrüßt, Hund kann gestreichelt werden.
  • Je nach Gruppenschwerpunkt werden Übungen aus versch. therapeutischen Bereichen angewandt.
  • Flexible Änderung je nach Zustand der Gruppe gewährleistet.
  • Abschieds Ritual
  • Kurze Dokumentation

 

Einige Ablaufbeispiele div. therapeutischer Schwerpunkte

Nachfolgende Beispiele sind vielfältig erweiterbar und gut zu kombinieren.

Bei sehr eingeschränkten Bewohnern arbeitet der Hund auf dem Tisch.

 

Motorik:

  • Apportieren div. Gegenstände des Alltags, z.B. Flasche, Geldbörse die vom Bewohner geöffnet werden sollte, dort befindet sich ein Leckerli welches er dem Hund geben darf.
  • Div. Gegenstände werden als Memory im Fell des Hundes deponiert und sollte herausgeholt werden, z.B. verschiedene Klammern in Farbe und Größe usw.
  • Leckerli wird auf einen Bindfaden aufgezogen und durch weiterschieben durch die Bewohner am Ende des Fadens an den Hund verfüttert

 

Gedächtnis:

  • Hund zieht Karten mit z.B. Obstsorten, Gegenstände aus dem Haushalt etc., der Bewohner muss sie benennen.
  • Stadt-Land-Fluss, der Hund zieht eine Karte, Stadt, Land oder Fluss und apportiert einen Buchstaben, die Bewohner versuchen entsprechend Städtenamen etc. zu nennen.

 

Kommunikation:

  • Den Hund auffordern zu kommen,
  • sich zu setzen,
  • einen Gegenstand zu apportieren, der z.B. benannt werden sollte
  • einen Gegenstand zu suchen,
  • ein Kunststückchen zu zeigen usw.

  

Bewegung:

  • Bewohner werfen sich gegenseitig den Ball zu, fällt er, ist er für den Hund
  • ein Reifen wird über den Hund zu Boden geführt,
  • der Hund darf durch den Reifen springen
  • 2 Bewohner halten eine Stange, der Hund darf daruntergehen oder darüber springen
  • der Hund geht Slalom durch die Beine
  • macht Sitz zwischen den Beinen.

 

Zu beobachtende Punkte:

  • Mimik
  • Bewegung der Finger und Hände
  • Sprach- und Lautäußerungen
  • Körperhaltung
  • Wohlbefinden

 

Nachbereitung:

  • Kurze Dokumentation
  •  Reflexion des Verhaltens/Reaktionen der Teilnehmer
  •  Reflexion, welche Ziele in welchem Umfang erreicht
  •  Ggf. Ziele überprüfen
  •  Mögl. Problemen klären